Teilprothese oder Implantate?
Freiendsituation
Grafik Freiendsituation

Müssen die großen Backenzähne gezogen werden, entsteht eine nach hinten ver-
kürzte Zahnreihe, die sogenannte Freiendsituation. Da hierbei im hinteren Bereich
kein Stützzahn für eine normale Brücke vorhanden ist, stellt uns die Freiendsituation
prothetisch vor ein besonderes Problem.

Die Standardversorgung hierfür ist eine herausnehmbare Teilprothese. Diese braucht
aus Stabilitätsgründen eine Verbindung aus Metall zur anderen Kieferseite auch
dann, wenn die andere Seite eigentlich vollbezahnt ist. Im Oberkiefer ist dies ein
Metallband über den hinteren Gaumen. Im Unterkiefer verbindet ein Unterzungen-
bügel beide Kieferseiten. Die Teilprothesen sollten nach jeder Mahlzeit zur Reinigung
herausgenommen werden. Die fehlenden Zähne werden durch Kunststoffzähne
auf einer rosafarbenen Kunststoffplatte ersetzt. Bei einfachen Teilprothesen er-
folgt die Befestigung an den übrigen Zähnen mit Klammern, die sichtbar sein können.
Bei zahntechnisch aufwendigeren Konstruktionen wird die Teilprothese durch
Präzisionsgeschiebe oder Teleskopkronen an den Restzähnen befestigt. Diese
können ästhetisch anspruchsvoller gestaltet werden als Klammerprothesen.

Implantatgetragene Brücke





Eine komfortable Alternative zur für viele Patienten sehr gewöhnungsbedürftigen
Teilprothese stellt die Versorgung mit einer implantatgetragenen Brücke oder
implantatgetragene Kronen dar. In manchen Fällen kann auch eine zahnimplantat-
getragene Brücke angefertigt werden. Implantatgestützte Kronen und Brücken
werden fest eingesetzt und fühlen sich wie eigene Zähne an. Knochenabbau,
wie er im zahnlosen Kieferbereichen zu beobachten ist, tritt in der Umgebung von
Implantaten nicht auf, da der Knochen seine physiologischen Belastungsreize
bekommt. Wichtige Knochenstrukturen bleiben erhalten.
Schrauben im Oberkiefer
Auch wenn noch hintere Backenzähne vorhanden sind, diese aber von der Belast-
barkeit nicht stabil genug erscheinen oder die Spanne für eine Brücke zu groß ist,
bewahrt Sie die Versorgung mit Implantaten vor einer herausnehmbaren Prothese.

Ablauf der Implantatversorgung
1.)
Zahnloser Kieferbereich
2.)
Eingesetzte Implantate (sie
sollten 2-3 Monate einheilen,
in günstigen Fällen können
sie direkt provisorisch ver-
sorgt werden)
3.)
Nach der Einheilphase sind
die Implantate osseointegriert,
das heißt sie sind fest im
Kiefer eingewachsen. Man
kann nun die Aufbauten für
eine Krone oder Brücke
aufschrauben und einen
Abdruck zur Anfertigung
des Zahnersatzes machen.
4.)
Die Brücke wird fest auf die Implantataufbauten aufgeklebt. Die Zahnreihe ist wieder vollständig.

Vorteile der Implantatversorgung:
• Physiologischer Erhalt des Kieferknochens
• Festsitzender Zahnersatz
• Kein Abschleifen gesunder Nachbarzähne
• Unabhängigkeit von fraglichen Stützzähnen


Nachteile der Implantatversorgung:
• Meist höherer Kostenaufwand
• Kleinerer operativer Eingriff
Was zahlt die Krankenkasse?
Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die sogenannten Festzuschüsse unabhängig von dem angefertigten Zahnersatz.
Die Höhe des Zuschusses bestimmt sich anhand des Befundes, beispielsweise eine einseitige Freiendlücke oder zwei
fehlende Zähne nebeneinander. Bezuschusst wird dann die Hälfte der einfachen Regelversorgung, so dass bei
aufwendigeren Konstruktionen die Patientenanteile deutlich höher sind als der Festzuschuss der Krankenkasse. Vielfach
lohnt sich eine private Zusatzversicherung!

Private Krankenkassen erstatten in aller Regel auch die aufwendigeren Versorgungen mit Implantaten. Da jedoch auch
im Bereich der Privatkassen die Ausgaben für die Patienten seitens der Kassen möglichst gering gehalten werden
sollen, schränken einige Privatversicherer die Erstattung von Implantatversorgungen auf solche Fälle ein, die anders
ungünstig zu versorgen wären. Andere Versicherer beschränken die Erstattung auf eine gewisse Anzahl von
Implantaten. Wichtig ist daher immer, im Vorfeld die Kostenerstattung seitens der Krankenkassen abzuklären. Sie
erhalten hierfür einen Heil- und Kostenplan für Ihre Versicherung und auch sonst gerne jede mögliche Unterstützung
durch unsere Praxis!

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