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Schienentherapie |
Was ist eine Aufbißschiene ?
Viele Menschen knirschen oder pressen unbewusst mit den Zähnen. Dies geschieht vor allem nachts oder unter
Anspannung und ist eine Art der Streßverarbeitung. Häufiges Zähneknirschen oder Pressen kann jedoch Folgen
haben: Zum einen werden die Kauflächen und Schneidekanten der Zähne verstärkt abgerieben. Zum anderen
treten Muskelverspannungen der großen Mundschließmuskeln (M. masseter, M. temporalis) auf. Die Muskeln
verkürzen und verhärten sich durch die Überbeanspruchung. Langfristig treten auch Veränderungen im Kiefer-
gelenk auf. Kiefergelenksknacken oder -reiben sind meist die ersten Symptome einer krankhaften Veränderung
im Kiefergelenk. Schmerzen im Kiefergelenk oder gelegentliches „Aushängen“ des Kiefergelenks sind
Alarmsignale, die auf eine ernsthafte Gelenkserkrankung hindeuten.

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Durch die Knirsch- oder Pressangewohnheit wird
das Kiefergelenksköpfchen in die Kiefergelenksgrube
hineingedrückt. Der Gelenkspalt verkleinert sich.
Die in diesem Spalt befindliche Gelenksscheibe, der
Diskus, wird gequetscht und dadurch schlechter mit
Nährstoffen versorgt. Der Diskus versprödet, und
rutscht dann bei der Öffnungsbewegung des
Kiefergelenks nicht mehr richtig mit nach vorne und
zurück. Es resultiert eine Verlagerung des Diskus,
häufig eine Diskusvorverlagerung. |
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Eine teilweise Verlagerung der Gelenkscheibe kann sich zunächst durch Knacken, Reiben oder auch Schmerzen des Kiefergelenks bemerkbar machen. Eine vollständige Verlagerung des Kiefergelenks tritt häufig schlagartig auf und kann zu einer dauerhaften deutlichen Einschränkung der Mundöffnung und chronischen Beschwerden führen.
Schlecht aufeinander passende Zähne, ein unstabiler Biss, fehlende Backenzähne oder ungünstig
stehende Eckzähne begünstigen diese Erkrankung. Im idealen Gebiss kommen bei der Seitwärts-
bewegung der Kiefer die Eckzähne in Kontakt, die Seitenzähne haben bei stärkerem Seitwärtsgleiten
keinen Kontakt mehr (Eckzahnführung). Treten bei der Seitwärtsbewegung Kontakte im hinteren
Backenzahnbereich auf, sind dies sogenannte Fehlkontakte, die möglichst beseitigt werden sollten.
Häufig genügt es, das Gebiss nach genauer Analyse einzuschleifen. Gelegentlich ist es aber auch
nötig, die Eckzahnführung aufzutragen oder die Backenzahnkauflächen durch Teilkronen oder Kronen
umzugestalten.
Bei jüngeren Patienten ist auch eine kieferorthopädische Einordnung der ungünstig
stehenden Zähne zu überlegen. |
Schienentherapie


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Die erste Maßnahme beim Vorliegen einer Knirschangewohnheit (Bruxismus) oder bei einer
Muskel und/oder Gelenkserkrankung der Kiefer (Myoarthropathie) ist die Therapie mittels
einer Aufbißschiene. Eine durchsichtige Schiene wird für einen Kiefer angefertigt und vom
Patienten nachts auf die Zähne aufgesteckt. Sie schützt die Zähne gegen übermäßigen
Abrieb und dehnt gleichzeitig die Kaumuskulatur. Der Gelenksspalt wird ebenfalls erweitert,
der Diskus hat wieder mehr Platz.
Die Schiene sollte unter möglichst ähnlichen Bedingungen angefertigt werden, wie sie im jeweiligen Schädel vorliegen. Daher wird mit einer Übertragungshilfe, dem sogenannten Gesichtsbogen, die Position des Oberkiefers zum Kiefergelenk individuell in das Gerät, in dem die Schienen hergestellt wird (Artikulator), übertragen. Im Artikulator erfolgt nun eine Funktionsanalyse der Kiefermodelle.
Es wird überprüft, welche Zahnflächen Fehlkontakte haben und wo entsprechend eingeschliffen
werden müsste. Zunächst wird dann die Schienenoberfläche so idealisiert, dass mit eingesetzter
Schiene keine Fehlkontakte im Mund mehr bestehen und eine Front-Eckzahn-Führung vorliegt.
Bringt die Schiene die gewollte Verbesserung, kann dann in einem weiteren Schritt auch im Mund
nach genauer Analyse eingeschliffen werden.
Natürlich bekommt nicht jeder Patient die gleiche Schiene. Eine genaue Diagnostik wird durchgeführt, um erst einmal die eigentliche Erkrankung des Kiefergelenks und der Muskulatur festzustellen.
Die hier gestellte Diagnose bestimmt das individuelle „Design“ der Aufbißschiene. In einer zeitauf-
wendigen Sitzung in unserem Zahnlabor wird die Schiene dann entsprechend der bei Ihnen
festgestellten Daten von Ihrem Zahnarzt eingeschliffen. |
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